Weitblick

Rechtliche Folgen über das Strafverfahren hinaus erkennen

Strafrechtliche Verfahren sind oft komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Viele Betroffene konzentrieren sich allein auf das Strafmaß – doch oft sind es die langfristigen Konsequenzen, die das Leben nachhaltig verändern.

Ein Urteil oder sogar nur ein Ermittlungsverfahren kann Auswirkungen auf die Fahrerlaubnis, das berufliche Fortkommen, das Führungszeugnis, den Aufenthaltsstatus oder wirtschaftliche Existenzen haben.

Auf dieser Seite biete ich Ihnen tiefergehende Einblicke, die über den klassischen strafrechtlichen Rahmen hinausgehen.

Fahrerlaubnis in Gefahr – Unterschätzte Risiken bei Strafverfahren

Wird Ihnen eine Straftat im Verkehrsstrafrecht vorgeworfen? Wurde Ihnen der Führerschein bereits vorläufig entzogen oder droht eine Sperre durch das Gericht? Oder laufen Ermittlungen wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtMG)?

Viele Betroffene glauben, dass nur Verkehrsstraftaten direkte Auswirkungen auf die Fahrerlaubnis haben. Doch tatsächlich können auch Drogenkonsum ohne Straßenverkehrsbezug, Alkoholkonsum oder andere Straftaten zur Überprüfung der Fahreignung durch die Fahrerlaubnisbehörde führen.

MPU-Anordnung – Das unterschätzte Risiko

Nach einer Verurteilung wegen Trunkenheit oder Drogen am Steuer wird häufig eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet, um die Fahreignung zu überprüfen. Was viele nicht wissen:

  • Nicht das Gericht, sondern die Fahrerlaubnisbehörde entscheidet über die MPU. Auch wenn im Urteil keine MPU erwähnt wird, kann sie später trotzdem angeordnet werden.
  • Selbst eine Verfahrenseinstellung oder ein mildes Urteil schützt nicht immer vor Konsequenzen. Ermittlungsbehörden melden relevante Verfahren oft automatisch an die Fahrerlaubnisbehörde.
  • Abstinenznachweise sind oft erforderlich. Wer eine MPU bestehen will, sollte frühzeitig mit Urinkontrollen oder Haaranalysen beginnen – spätestens nach einem Ermittlungsverfahren wegen Alkohol- oder Drogenkonsums.

Wird eine MPU nicht bestanden oder die Anordnung ignoriert, bleibt der Führerscheinentzug oft bestehen – in einigen Fällen über Jahre hinweg. Deshalb ist es essenziell, sich frühzeitig juristisch beraten zu lassen, um die Fahrerlaubnis nicht dauerhaft zu verlieren.

Strafverfahren ohne Verkehrsbezug – Doch die Fahrerlaubnis ist trotzdem in Gefahr

Auch wer nicht im Straßenverkehr auffällig wird, kann seine Fahrerlaubnis verlieren. Besonders häufig geschieht dies in Fällen von Betäubungsmittelbesitz oder Alkoholmissbrauch.

Was viele nicht wissen:

  • Der bloße Besitz oder Konsum harter Drogen (z. B. Kokain, Amphetamine, Heroin) kann bereits genügen, um die Fahreignung infrage zu stellen – selbst wenn Sie nie unter Drogeneinfluss gefahren sind.
  • Auch bei weichen Drogen wie Cannabis kann eine MPU angeordnet werden, insbesondere wenn regelmäßiger Konsum oder ein fehlendes Trennungsvermögen zwischen Konsum und Fahren vermutet wird.
  • Wird die MPU nicht innerhalb der Frist erbracht, wird die Fahrerlaubnis entzogen. Eine Wiedererlangung kann dann bis zu einem Jahr oder länger dauern.

Oft ist es sinnvoll, frühzeitig auf eine freiwillige MPU hinzuarbeiten, um den Prozess zu beschleunigen und den Führerschein schnellstmöglich zurückzubekommen.

Strafverfahren und Führungszeugnis – Welche Einträge gefährlich werden können

Viele Mandanten denken, dass eine Geldstrafe oder ein Urteil auf Bewährung harmlos sei – doch oft landen Strafeinträge im Führungszeugnis und können den beruflichen Werdegang gefährden.

Was Sie wissen sollten:

  • Einträge im einfachen Führungszeugnis sind bereits bei bestimmten Verurteilungen über 90 Tagessätzen sichtbar.
  • Das erweiterte Führungszeugnis ist besonders für Berufe im sozialen oder öffentlichen Dienst relevant und zeigt auch Verurteilungen, die im normalen Führungszeugnis nicht auftauchen.
  • Einträge im Bundeszentralregister bleiben viele Jahre gespeichert und können bei bestimmten Berufsgruppen (z. B. Ärzte, Juristen, Beamte) massive Probleme verursachen.

Ich prüfe, ob und wie eine Eintragung vermieden oder gelöscht werden kann, und berate Sie zu den besten Strategien, um berufliche Konsequenzen zu minimieren.

„Die Gerechtigkeit ist der beständige und dauerhafte Wille, jedem sein Recht zukommen zu lassen.“

Rechtzeitig handeln, statt später kämpfen

Ein Strafverfahren bedeutet nicht nur eine rechtliche Auseinandersetzung mit der Justiz – es kann auch erhebliche Folgen für Ihre persönliche und berufliche Zukunft haben. Lassen Sie sich frühzeitig beraten, bevor sich die Situation verschärft.

Ich analysiere Ihren Fall genau, prüfe mögliche Risiken und erarbeite eine Strategie, um unnötige Folgen zu vermeiden – denn oft ist nicht die Strafe das größte Problem, sondern die weitreichenden Konsequenzen, die daraus entstehen können.

Sümeyra Öz

Ich bin Sümeyra Öz, Strafverteidigerin in München, spezialisiert auf Strafrecht, Verkehrsrecht und Mietrecht. Mit Erfahrung und Entschlossenheit setze ich mich für die Rechte meiner Mandanten ein – von der ersten polizeilichen Maßnahme bis zur Verteidigung vor Gericht.